Neuwerk ist eine Ortschaft in der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz im Harz gehört. Die an den Hang des Bodetals gebauten Häuser, der markante Turm der ehemaligen Dorfschule mit historischem Uhrwerk, der Hüttenplatz mit alten Hüttengebäuden, die vielen Gräben zur Nutzung der Wasserkraft, der höchste Eisenbahnviadukt Norddeutschlands und viele einmalige geologische Aufschlüsse bestimmen das Bild des Ortes und seiner Umgebung.

Geschichte
Neuwerk wird erstmals 1448 im Zusammenhang einer auf dem linken Ufer der Bode gelegenen Hütte im Teilungsrezess der Grafen Ulrich und Bernhard von Regenstein genannt.

Die von Mönchen des Klosters Michaelstein im Kreuztal gegründete Marmormühle wurde 1715 wieder in Betrieb genommen und arbeitete bis 1889. Die hohe Qualität des Marmors führte zu einer Verwendung in einigen Prunkbauten der preußischen Könige.

1950 wurde Neuwerk in das benachbarte Rübeland eingemeindet und nach 1990 wurde Rübeland Ortsteil von Elbingerode (Harz) und gehört seit der Auflösung der Stadt Elbingerode (Harz) und Gründung der Stadt Oberharz am Brocken am 1. Januar 2010 zu Oberharz am Brocken.

Historische Zeittafel [Bearbeiten]

Bodetal bei der Marmormühle
Rübeland mit Blick zum Brocken vor 1900. Im Mittelpunkt das Bahngleis der Rübelandbahn in Richtung Elbingerode.100.000 bis 40.000 v. Chr. wurden die Höhlen bei Jagdzügen als Unterkunft genutzt
vor 714 wird in der Gegend um Rübeland bereits gesiedelt
1134 Ritter Werner von Birkenfeld bewohnt gleichnamige Burg
1344 erhalten die Grafen Albert und Bernhard zu Regenstein, den Stahlberg zu Lehn
1436 Nennung von „To dem Rouelande“
1448 Neuwerk wird in den Gräfl. Teilrezessen genannt
1536 Betrieb einer Holzflößerei auf der Bode nach Thale
1536 entdeckt der Rübeländer Bergmann Friedrich Baumann eine Höhle wieder
1626 Tillys Truppen brennen Neuwerk nieder
1649 der Rübeländer Valentin Wagner erhält das Privileg für offizielle Höhlenführungen, er wohnte in der heutigen Blankenburger Str. 37
1668 Herzog Rudolf August zu Braunschweig und Lüneburg stellt am 10. April die Baumannshöhle, erste Höhle weltweit, unter Schutz
1672 Entdeckung der Bielshöhle nach einer Brandrodung am 14. Juli
1704 H.Behrens erhebt die Baumannshöhle zur „Königin aller Höhlen“ in seiner „Hercynia curiosa“
1788 Beginn des Führungsbetriebes in der Bielshöhle
1848 der Chemiker Johann Karl Wilhelm Ferdinand Tiemann wird in Rübeland geboren
1851 erste wissenschaftliche Untersuchung der Baumannshöhle
1866 Entdeckung der Hermannshöhle am 28. Juni bei Straßenarbeiten durch Wilhelm Angerstein
1868 Einweihung der Kirche in Rübeland
1885 in Neuwerk wird erstmals „Grasedanz“ gefeiert
1885 Inbetriebnahme der Harzbahn (heute Rübelandbahn) zwischen Blankenburg und Rübeland am 1. November
1890 am 1. Mai beginnt der Führungsbetrieb in der Hermannshöhle, welche als erste Höhle mit elektrischem Licht ausgestattet ist
1932 Ansiedlung von fünf Grottenolmen aus der Adelsberger Grotte (Jugoslawien) durch Höhlenforscher Dr. Walter Biese in Abstimmung mit der Höhlenverwaltung und den Jugoslawen in der Hermannshöhle am 1. April 1932

Das große Kalkwerk westlich von Rübeland wurde nach der Wende von den Fels-Werken übernommen1941 zahlreiche sowjetische Kriegsgefangene müssen während des Zweiten Weltkrieges im Kalkwerk Zwangsarbeit verrichten
1950 Eingemeindung von Neuwerk nach Rübeland
1952 im September erfolgt die Grundsteinlegung der Rappbodetalsperre
1953 am 11. Juni entdeckt Adelbert Schmiedeknecht eine Höhle in „Kamerun“
1956 im Dezember gelangen durch das Rübeländer Ehepaar Reichel weitere 13 Olme aus Postojna (Adelsberg) in die Hermannshöhle
1957 DDR - Staatschef Walter Ulbricht besucht die Baumannshöhle
1965 in der Baumannshöhle werden bei Ausgrabungen neue Funde aus der Steinzeit gemacht
1999 die erste Koalition von CDU und PDS in Deutschland wird in Rübeland gebildet
2000 erste Trauung in der Geschichte der Baumannshöhle findet statt
2001 am 3. Dezember findet die erste öffentliche Wiederaufführung des Heimatstückes "Die vom rauhen Lande" statt
2004 Rübeland vereinigt sich mit Elbingerode und Königshütte zur "Einheitsgemeinde Stadt Elbingerode (Harz)" zum 1. Januar
2004 Rübeland erhält den offiziellen Namen "Höhlenort"
1. Januar 2010: Rübeland wird nach Gründung der Stadt Oberharz am Brocken Ortsteil der neu gegründeten Stadt

Neuwerker Industriebahn


Seit 1866 wurde der Diabas, der als Schotter und Pflaster beim Straßenbau Verwendung fand, in den Neuwerker Brüchen beiderseits der Bode am Harmsberg und den Pfaffenköpfen abgebaut. Zum Transport der Erzeugnisse der beiden Diabas-Steinbrüche unterhalb Neuwerks diente von 1887 b1s 1961 die Neuwerker Industriebahn. Sie zweigte von der Rübelandbahn am Ende des "alten Bahnhofs" ab. Der Viadukt der Bodequerung und der Tunnel am Melaphyrbruch erinnern bis heute daran.

Bereits 1457 und 1624 wurde in dem gegenüberliegenden Krockstein durch Michaelsteiner Mönche für kurze Zeit Marmor abgebaut. 1715 entdeckte man die Vorkommen wieder. Bis zur Errichtung der Marmormühle im Jahr 1719 durch den Braunschweigischen Kunstunternehmer Delion erfolgte die Bearbeitung des Marmors auf den Brüchen selbst. Die Marmormühle verarbeitete roten, grauen und schwarzen Marmor, der im Wesentlichen in den 3 Marmorbrüchen am Westhang des Krocksteins bis 1889 abgebaut wurde.



Hier im Kreuztal befand sich bis zu ihrer Sprengung durch die SS 1945 eine sehr schöne gusseiserne Straßenbrücke (Bild). Die Konstruktionsteile wurden in der Rübeländer Hütte hergestellt. Unter diesem Platz verläuft ein alter Mühlengraben, der bis Ende des 19. Jahrhunderts zum Antrieb der ehemaligen nahe gelegenen Achsenschmiede notwendig war. Später wurde dort eine Turbine installiert (1996 Rekonstruktion